Wanderstöcke richtig einstellen – Die optimale Länge einfach erklärt
Wanderstöcke sorgen für mehr Stabilität, entlasten Knie und Gelenke und verbessern die Balance auf jedem Terrain. Damit sie ihre Vorteile voll entfalten können, müssen sie jedoch richtig eingestellt sein. Schon wenige Zentimeter Unterschied können den Komfort und die Unterstützung deutlich beeinflussen.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie du deine Wanderstöcke optimal einstellst und worauf du bergauf und bergab achten solltest.
Die optimale Stocklänge berechnen
Die einfachste und zugleich genaueste Methode ist folgende Formel:
Körpergröße (cm) × 0,68 = ideale Stocklänge (cm)
Beispiele
Körpergröße Berechnung Empfohlene Einstellung
160 cm | 160 × 0,68 = 109 cm | 105–110 cm
165 cm | 165 × 0,68 = 112 cm | 110–115 cm
170 cm | 170 × 0,68 = 116 cm | 115–120 cm
175 cm | 175 × 0,68 = 119 cm | 115–120 cm
180 cm | 180 × 0,68 = 122 cm | 120–125 cm
185 cm | 185 × 0,68 = 126 cm | 125–130 cm
190 cm | 190 × 0,68 = 129 cm | 125–130 cm
195 cm | 195 × 0,68 = 133 cm | 130–135 cm
Da Wanderstöcke meist in 5-cm-Schritten verstellt werden, stellst du sie einfach auf den nächstliegenden Wert ein.
Die 90-Grad-Regel
Die berechnete Stocklänge kannst du ganz einfach überprüfen:
- Stelle dich auf einen ebenen Untergrund.
- Halte den Wanderstock senkrecht.
- Greife den Griff wie beim Wandern.
- Der Ellenbogen sollte dabei ungefähr einen 90-Grad-Winkel bilden.
Diese Haltung sorgt für eine natürliche Kraftübertragung und eine entspannte Armhaltung.
Wanderstöcke bergauf einstellen
Beim Aufstieg empfiehlt es sich, die Wanderstöcke etwas zu verkürzen.
Empfehlung: 5 bis 10 cm kürzer als die Grundeinstellung.
Dadurch bleiben die Arme in einer angenehmen Position und du kannst den Stock effizient zum Abdrücken nutzen.
Wanderstöcke bergab einstellen
Beim Abstieg werden die Wanderstöcke etwas länger eingestellt.
Empfehlung: 5 bis 10 cm länger als die Grundeinstellung.
So kannst du dein Körpergewicht besser abfangen und deine Knie sowie Hüftgelenke spürbar entlasten.
Die Handschlaufen richtig benutzen
Viele Wanderer nutzen die Handschlaufen falsch.
So geht's richtig:
- Greife mit der Hand von unten durch die Schlaufe.
- Umschließe anschließend den Griff.
- Die Schlaufe übernimmt einen Teil der Belastung.
- Dadurch musst du den Griff nicht dauerhaft fest umklammern.
Das erhöht den Komfort und verhindert eine schnelle Ermüdung der Hände.
Häufige Fehler
Zu lange Wanderstöcke
Zu lange Stöcke führen dazu, dass die Schultern angehoben werden und die Arme unnatürlich arbeiten. Das kostet Kraft und kann zu Verspannungen führen.
Zu kurze Wanderstöcke
Zu kurze Wanderstöcke zwingen den Oberkörper in eine leicht nach vorne geneigte Haltung. Dadurch werden Rücken und Schultern stärker belastet.
Keine Anpassung an das Gelände
Wer die Stocklänge unterwegs nie verändert, verzichtet auf einen der größten Vorteile verstellbarer Wanderstöcke. Passe die Länge je nach Steigung oder Gefälle an – deine Gelenke werden es dir danken.
Teleskop- oder faltbare Wanderstöcke?
Sowohl Teleskop- als auch faltbare Wanderstöcke lassen sich individuell einstellen.
Teleskop-Wanderstöcke
- besonders flexibel
- ideal für wechselndes Gelände
- stufenlos verstellbar
Faltbare Wanderstöcke
- sehr kompaktes Packmaß
- leicht und platzsparend
- ebenfalls individuell anpassbar
Welche Variante besser geeignet ist, hängt von deinen persönlichen Vorlieben und dem Einsatzzweck ab.
Fazit
Die richtige Einstellung deiner Wanderstöcke macht einen spürbaren Unterschied. Mit der Formel Körpergröße × 0,68 findest du schnell die passende Grundeinstellung. Kontrolliere zusätzlich den 90-Grad-Winkel im Ellenbogen und passe die Stocklänge bei An- und Abstiegen entsprechend an.
So profitierst du von mehr Komfort, besserer Stabilität und einer optimalen Entlastung deiner Gelenke – egal ob auf einer gemütlichen Wanderung oder einer anspruchsvollen Bergtour.